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Verlag fcer $>ieteri$f $en ©ud^anMung.

1857.

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V o r r e b e.

@mer ber geletyrteften 9hmtt3matifer tfyat bcn 9fo$fprudj: nihil non varium atque inconstans est in vetere mythologia ') ; Dor ntdjt »ieien 3^rcn crflSrte c3 ein »erbicnter SntertyumSfor* fdjer für unmöglich ba3 ©erfdjiebenartige unb 38iberfyreä)enbe in tiefen ^oefieen jufammenjureimen. Unb fo benfen gett>i|j garüJlandje. 3. ©cg $at frü^eitig &ffentlia)*) unb in foäteren 3a$rcn öf* tcr§ gegen mi$ münblitf> geaufjert, in ber ©riedjifcfyen 9Jtytyologte fetj für ge^n fiefftnge gu tfyun. $)afj (te &on jetyer metjr ald uicls leitet irgenb ein anbrer @toff bie t>crfdjiebenarrigften unb hribers ftreitenbften &rflanmgg; unb ©efymblunggmeifen erfahren $at, ifl befannt genug, unb man wirb faum einen anbem ©egenjtanb aufn>eifen roeldjer gu größeren unb ja$lreid)cren , naa) unb nadj alt foldje erfannten Srrtyümem, barunter felbft ber ©orjügHdj|ten Männer, feljr tcrfäjiebener Hdtcn, Slnlafc gegeben fyätte aljg fie. ©a>on aud biefen (Jrfdjeinungen lägt flä) abnehmen bog o^ne SDlig; terjtänbniffe unb üRfingel, gu einer allgemeineren SBefriebigung eine ©riedjiftfee iDtytyologie mty getrieben ober ba§ fte ju einer einfacheren unb tootttemmneren ©eftalt nur almälig burä) ein glücf; ltdjeä iBemufyen ton Derfdn'ebenen Seiten erhoben »erben fann.

@eitbem bie ÜJtytljologie fc toie bie meiften 2lltertyum3fhibien mit erstem (Sifcr erforfdjt wirb, fytben ÜRanctyc, barunter ^ret bie tiefer eingegangen ftaren, geglaubt, ber (Sine, eine Slttifdje, rinc Äorintyifajc SUctottyclegie föime man toofu' fdjreiben, aber eine

1) töcumann Nami ret. 1, 81.

2) mytpl. ©t. 2, 327.

IV

©riecfyifajc feto bie f<^n?crflc aller ©aä)en; bcr Hnbre, bcr feine 2Uftä)t feitbem ge&nbcrt $at, »er bie ^Bearbeitung ber ganjen ©ried)iföen SD^t^otogic mögUd> $alte, möge fia> »orfe^n baß er ber @a$e nia)t me^r fä>abe ald nüfce5), unb bcr mtotyologifä^en 2ftonografetyteen Ijaben wir ja unjatjligc erhalten. ÜJUr tyat immer gefd&ienen bag man dok 9Gttem in« Nttgcmeinc ge^n müffe. $>ic ©rieche ÜJtytyologte ift al« ©ric^if^e , wie mcl aua> manage anbre au« berfelbcn SBurjel entforoffenc ©tammc im ®anjen unb ©njelnen mit tyr gemein gehabt tyaben, au« fid> fclbft crwaä)fen; aua> oon tyr tonn man fagen baß bo3 ©anje etyer fear aI3 bic Steile. SBenu eine (Sntwidlung au« Sbeen ober @runbanfä)auun* gen, wenn SRegel unb innrer 3ufammenljang in mancherlei SReta* morptyofen, ÜRcrfmale bie Dielen ©öttern unb SJtytyen, nft3> Um terfd&icben ber äeitalter gemein finb, ^auptountte bie fld^ unter einanber erflaren unb betätigen, gefunben werben fönneu, fo er* galten fetyr oielc fonjt um>crftanbliä)e (Sinjcfyciten , wie burty 3iu einanbergreifen ber Steile, eine ftyre 93eaie$ung, oiele formbare ©iberforüa)e fyre Slufiöfung; SBiele* aua> Wirb ft<^ al* »erfc^rt, willfürliä) unb miffterftanblta) , als gleichgültig ober leer erf ernten unb auSfäjeiben laffen, inbem ma)t« im ©efonberen al« ergrünbet unb begrünbet angefe^n wirb al* wo« mit bem ermittelten großen 3ufammem)ang oertragttd) ift unb niä)t Wog in einfeitigen <5om* binationen beftetyt. ©obalb burä) *Raä)benteu über Oeift unb ©c= bingungen ber flä> bilbenben 2Rmtylegie, baS nidjt feiten *on almenben, futynbeu Swotycfen ausgeben muß unb bura) gcföity* li$e Ueberblufe ein ©egriff eined ©anjen, eine« Serben« unb ©aäjfcnS gewonnen ift, fann bie ÜJlonograp^ie beri<f>tigenb ober oeroottftanbigenb eingreifen: abgesoffen aber unb aUfeitig geprüft wirb bie Unterfudjung boä) nur wieber im ©anjen Werben. 2Ser

3) ErBnbfteb de cisu aenea 1834 p. 10. Fretter Demeter unb Sßerfepljone 1837 ®. xix. fcaron au8ge$enb mad)te ®tu$r in ben SRclt* gionSfoftetnen ber §etlenen 1838 @. x. xn einen n>efentlid)en 93orbef>alt, benfelben toeldjen aud) 31. ®d)8£( fe^r tootyl geltenb gemalt $atte In ben «erl. 3^rb. 1835 2, 20 f.

£auptfaa>n ju oerfte^en gelernt $at, bem iwrb e3 letyt taufenb für fia) unflare $>üige ju beurteilen.

$>ie Hbftyt, fo »iel mir möglid), auf bie Urforünge jurüfc jugefa unb ber m^ologifäen üRorötyologie naa)auforfa)en, ift bie SBeranlaffung geworben ju ber Neuerung bie Wörter nidjt je im ganzen Ijiftoriföen 3ufammen$ang, fonbern einmal naa) ben ©mis ren tyrer frö^ejien Sfcbeutung, unb in einer feiten Abteilung alä bie Olmtqrifcfcen ober alä bie ber Xempel in mefyr gef$ia> liayn j&dttn barjuftellen, »omit bann naä) bem spian meiner ffiorlejungen atö britter Xtyeil eine Ueberftajt biefer Religionen öon ©ofrateö an bte jum (Snbc fta> Dcrbinben fottte. $)a§ baraud manche Sfcadjtyeile entfielen, jelje ia) felbjt mo$l ein unb »erbe mit bem $u eroartenben £abel tootyl grojjcntyeild gern überein* {Timmen. Mber übenoiegenb festen mir ber SBortyeil ber in jnjci Steile getrennten ©efymblung bafj ber Unterfa>ieb ber beiben tont &on einanber entlegnen 3*ifröume unb ber Religion in benfelben tomfj ununtcrbroa)eneS ©ettajren be$ in bem einen unb in bem anbern »orioaltenben ©eifteä einen bejtimmteren (Sinbrud maajte. £)ur$ ein ju tyaufiged $)ura^einanbermif^en bed $Berfä)iebenartig* ften erhalt bie SJtytyologie leidet ein ä)aotifa)e3 Slnfe^en. (Sd fann unb foU jtoar bie ©Reibung nia>t frreng unb oollftanbig bura> geführt »erben: bie (Suite unb bie SBilbungäarten ättcfier 3eit reiften auf managen fünften fe$r n>eit $inab; baS ®leiä)artige einer Jüngeren, unb fo aud) toaS ald abgeleitet auf etoaS Uralte* beutlia) genug fdjlicjjen lagt, ober aua) loa« $ier unb ba oor* laufig feine (Erläuterung furj unb bequem ßnben fann, barf in ber älteren $eriobe eingemifdjt ober berührt »erben. SHefelben' Dotter bie »ir au* ©ejügen ber g&ttlia) lebenbigen ttatur unb beä menfajlidjen 3»uern, auä (Sinbrücfen unb 3been im erften Zbcii fid) bilben fefyen, inbem i1)re ©ubjtanj toie S^auperlen aus bem 2>uft anfliegt, laffen ftdj im jiueiten, obgleiä) fle 3ug oor 3ug mit ber anatytifajen Erörterung $ufammentreffen unb nur eine gortfefcung ober eine 9lu3malung bed angelegten ©runbriffeä abgeben, nun ungeftörter burä) flfteflerion alä ^ofitioe befajauen.

VI

$er 3to*<* ift erreufyt loenn fad tn beiben 3eitabf$nitten lieber* toiegenbe befrimmter ind Buge gefaxt, bie $auj>tfad>en aud einem jeben fö&rfer unb maffenfcafter oon einanber gefonbert »erben, ein Unterfdjieb tote ber ber 3a^e^jeiten gefüllt totrb.

Stele toerben nie zugeben baß man im fteligiöfen unb ÜRtj* t^en 3«tf Ort, *rt unb @tanbpunftc, Urforüngltaje* unb 9ta$* geafnnteä, 9lnalogieen aller 9lrt genau untertreiben lernen fönne; btefen tann ber 2Rt>tyologe immer nur aud itmerftar Ueberjeugung antworten ba§ tynen ber 6inn bafür ober bie Uebung, mooon alle* tiefere SBerjtanbnig ab^&ngig ift, abgebe, <£r nrirb fty mit SRedjt berufen auf ba§ n?a$ ©öt^c über g. H. ©olf berietet, welker fty nid&t ton ber 9R5glia>feit m ber Jhmft ©tyle unb ü)re erfennbaren natürli^en unb nationalen <&ittoi(flung3gefefce unb 3*iten ju unterf Reiben überzeugen fonnte. ©ötfye fclbft, hrie er erja^lt4), unb feine greunbc lernten oon Söolf, fa>arften ifc ren ©efdjmacf an bem f einigen, bereicherten fi<fy burefy feinen ^eift. „dagegen leugnete er tyartnaefia, bie 3u^(f^g^ ty™* ©erfahren* unb e$ fanb fty fein $öcg i§n oom ©egentyeil §u überzeugen: benn tft ferner, ja unmöglia) bemjenigen ber nidjt aus Siebe unb 2eibenfa>aft fia) irgenb einer ©etradjtung getotbmet fyrt unb babura) aua) naa) unb nad) gur genaueren ftenntniß unb jur ©er« gletdmngSfa'tygfeit gelangt ift, aua> nur eine Stynung be* ju Um terfä)eibenben aufzuregen, toeil benn boa> immer julefrt in folgern Salle an ©tauben, an 3utrauen %nfprud> gemalt toerben mu{j*. $>a§ ©ötye unb feine SJreunbe $infia>tlia) ber aften tunft fia> auf bem regten 2öege befanben, $at jeber in bem ©erftänbnifj biefer unb ber Ueberfta^t tljrer Söerte feitbem gemalte jortfcfyritt fo Sielen bcutlta> gemalt bog jefct 2öolf£ ©fcpfi3 SRiemanben meljr irr führen fann. ^ie @rtcct)tf d>en 9Jtytfycn , empfangen in ber begabteren flinbedfeele, nrie an fmtlcnber #anb erzogen oon mistigen ©etftern, retdj auSgeftattet ober oielfaa> entftetlt im $>urc§gang bura) bie ©efd)lect>ter ber 9Äenfa?en, fmb fa^toerer als

4) tag; unb 3(tyre*$cfte 1805. &}crfe 31, 196.

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fclbft bic 9Berfe bcr ®riecr>iicbcn l>oefic unb Äiinft in ihrer wab-- reit Statur imb in tyren Umwanblungen aufoufaifen unb bie SHirtel $u tyrem tieferen #erftänbrafc unb tyrer ftd>men Uirterfd>eibuiuj ju ^anbtyiben, erfobert me^r üttübe unb ®ebulb, Seit unb öe^an- liebfeit, me$r befoubre Uebuit^en al8 fid) ©tele oorftellen mödjtcn. 3$enn, wie (Sreu^er gefagt fyat, ber lUt>tfyöloge geboren werben mu§, fo finb tym fla)er aud) bie (Srjietyung jur üÄtfbologie, ges

Wehl nur fügen beiß wer barum weil er für baä religio üJtytbü fd>e feinen ©inn nod) <$mpfmbung l)abe, ber ntytyologifd^en, aud) genaueren ober fieberften Klärung mtdtraue5), für, nia)r viel an: berS audnefync att ÜKancbe bie felbft bie äRanuer btr eracten Hilfen idjaften bei gewiffen afrcouomtfdjcn , mifroftopifä)6it, a)cmü fdpn il a. föefultatsn ü>rer gorfa)ung int ^erbadjt bed Shkbnö ober leerer Liebhaberei Ijaben, wo ed nur Ü>nen felbft an afler Anlage unb allen Söorbebingungen ftfyft um foldje öetraebtungen unb Beregnungen %vl faffen.

Um bie ©ötter $u oerfie^n tft ber ©dtterbienji Schritt »or v£5ct>ritt $u benicfitilyti^cn» $)arau£ folflt inbeffen uid)t bafc bie gotteibienfUutyen <&ebraud)e unb Orbnungen in bie StarfieUun^ ber ©öttedebre gemijü>t ober ir>r in ftbtfpeiiungen irgenb einer

5) Ungefähr wie 2lnbre bcneii & an ©inn für eine organifäe, gefefr; mafrge tfunridlung in bcr epifc^cn unb tragtfehen SMa)tung ber ©tiefen unb an umfänglicher , anfdiaulicbcr ftuffaffung feMeu mag, auf Unterfu: Aungcn über ben Inhalt, Sufammenfcang, ®cift unb ©ehalt afe auf XrSumereien berabfehn, fiolj, mit einem fcielleidjt gan? eljrlidjen ©efbft; benwfttfemt, auf iln* 9ttd)focrftebeiitimnen unb ihre weife 9efd)rAnfung auf bic eine ©eite ber Ueberbleibfel, bie fprad>lidje. Stuf biefe 3trt »erratbeu in bem weiten Umfang ber 2UtertyumÄwiffenfd)aft Einige felbft in Söejie* Imng auf biefe bafj fie au ber gemeinen cptifd)cn Xäufdnmg leiben wo; bura) in ben anbero ©ifienfdjaften unb in ben Äunfien fo fielen 3fflc* um fo fletncr unb unbebeutenber, werthlofer erfchchtt, je weiter eS von bem wag fie felbft mit großer <*mfigfeit unb ^ehagltrtfcit treiben, unb ber, oielleiAt bi3 jum ©irtuofeut^um auägebitbeten «rt wie fie trei= ben, abfielt.

VIII

2(rt beigegeben toerben follten. @ie finb oiel $u reichhaltig, eigen; tbümlicb unb maniafaltia ald ban Tie nidbt in ibrem eianen unb »ollen 3uf<unmenhang behanbelt toerben müßten, tote ein jeber b e beute nbe, nach eignen Antrieben unb SBebinaungen entn>icfeXte «eftanbtheU bed reiben altertümlichen £eben*. SDa* SBermanbte guiammengefaHt oeriteoj uno uoet|icöt jia) leuoier, uno au» oen in fufy abgefchloffenen Steifen, wenn man einen nach bem anbem burchroanbert, toie man ja auch lieber in jebem einzelnen Greife fta^itel nach ben ©egenftdnben abfonbert, tritt man luohl aufge* Hart unb vorbereitet in {eben ber junächft eingreifenben Greife hinüber. E3 tfi bah« Öan8 richtig baß man auch eine befonbre Äunfhn^thclogie aufoufieHen ben ©ebanfen gefaßt hat, bie aber richtig anzuführen noch nicht einmal ein Anfang gemacht ifl unb welche nnffenfehaftlich, unb nicht bloß compilatorifch behanbelt, eine ber fchtoicrigften unb femjtcn Aufgaben ijt, inbem fie burd)brins genbe Äenntniß ber ffitythologie fotoohl alä ber £unft unb ihrer ißkrfe erforbert. üRan fännte eben fo gtoecrmaßtg auch eine pot~* tifche üftnthologie austreiben unb aulführen, Es roirb faum ber Erinnerung bewürfen baß, toährenb baö weifte Einfchiägige ben »iffeufchaftlichen ©onbergebieten , in ber ©dtterlehre 3. 53. bat fteligionftalterthümern, ber Ihinfrmhthologie überlaffen bleibt, ii jebem Greife ber gerabe behanbelt toirb, frei ftet)t aus allen ans bem im Einjelnen in Erinnerung ju bringen ober gur Erlaute* rung hcra«3W3tchen fo triel all irgenb bienlich fcheinen mag.

Uebrigenä ^at e3 für mia> ettoaS ÜRißlicheS ein fo lang tor* bereitetet, feinem wefentlichen Inhalt unb feinen Einteilungen nach burd) öffentliche SBorlefungen fo dielmal hmouv%c$°9neä ©ert noch Wt in bie Seit ju fehiefen. $a* äReifte unb ©eftc toa* enthalt, nmrbe auch iffenrlich in anbern Arbeiten fchon fcon mir gefagt ober berührt , toaä nun t)&ct)fteud in größerem 3«5 fammenhang ber 3)oeiferhaftigfeit bie e3 für 33iclc $aUn mochte, enthoben ober in feiner £ragh>eite beutlicher »erben fann, toahrenb e3 auf Hnbre nicht ohne Einfluß geblieben ift. ©ieber Slnbre hat ohne fremben Einfluß ein 3«*alter großer nriffenfehaftlicher

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SKcgfamfeit unb (£tftnbfamfett baä unl tru^ unb unselige 9lufs flarungen na$ unb naa) »ermittelte, beren jebe juerjt al$ eine fleine <£ntbe(fung erfreuen fonnte, auf &1piUd)e ©tanbmmfte ber ©eurtyeilung erhoben unb loa* ia) oor me^r ald brei Sa^e^nten glauben fonnte ald eine neue Qcftaltung einer fetyr oemncfelten üÄaterie fielen &u Danf oorlegen ju fönnen, enthält am (Snbe oieüeta)t in bem großen 3ufammen^an9 ber bodj erforberlid) mar, bed Sauternben, ©onbernben unb 3lnffa)lußgebenben niä)t fc oiel aU ber arojjen Slnjlalt noa> »erty ift, ober gar ber s2lufmerfc famfeit bie ju meinem großen 93ebauern unb genrißliä) ofyne meine SBeranlaffung auf ba3 (Srfajeinen biefeä 93uä)3 erregt toorben ift. ÜÄia) tyat oielme^r bie unbefHmmte Hoffnung, über Diel Ungewiß; ^eit unb ®d)n>anfen in ©aäjen unb 9luorbnungen no<ty tyinaufts jufcmmeu, nur all ju lang ton allem Anfang einer $luf$ei$nung für ßefer, oom SBome^men fogar fte ju oerfua>en gurücfge^alten. 63 fommt $in$u baß mir gcrabc in biefer 3eit große 93orberei* hingen gemacht »erben fetyen bie ju weiteren fdjönen ^lufflärun* gen über bie SBcr^dltniffc ber Sraniföen SBölfer unter fiä> unb biefer 93dlferfamüie gu ber ©emitifa>en, in flleinafien unb »citer $urwf, fuhren fönnen, fo baß eine jefct unternommene Dar« fteüung aUju balb auf oielen fünften nottytoenbtg ungenügenb erflehten müßte, ©efreut $at miä) baß manage frü$ auSgefrreute, neben 3been oon SButtmann unb Ä. ©. SttüHer gepflanjte Äetme in bem befannten oortrefflidjen, für (Snglanb, baS fonft nodj loes nig 23eruf ju biefen ©tubien jeigt, einigen £anbbuä) oon tfeigljt* let? fe^r u>o$l gebieten fmb 6). 9Uä)t geringen gleiß $abe id> oers toanbt auf bie ©ergleidjung ber mmijologtfcben Sitteratur, in granfc reiä) reo inSbefonbre baä große 9Berf meinet ^odjaäjtbarcn oiel« jährigen greunbcS ©uigniaut oor toenigen Sauren ju (Snbe geführt h?urbe, unb befonberä in Dcutfölanb. Denn nid)ta oon ber 2ftcngc ter S3üd)er unb 9lbIjanbUtngen bie immer junetymenb erfdnenen

G) The mjlhology of ancieot Greece and Italy bj Thomas Keighlley, aecoad ed. 1838, bie Otertc 1841.

X

finb, fo mctt ftc mir ©cfidjt (amen, liefc t$ ungeprüft, n>a3 id> barum ermahne weil id) nnberfprcdjenbe Urtyeile mir feiten anführe unb angenommen münfttje ba& id> im 2lttgememen, too meine <$rflarungen von anbern abweichen, (Srünbc gegen biefe gehabt fyibc7). 3)ie Sludfütyrung biefer ®rünbe, bic olme mele 2Jlü>, aber audj o$ne greube für midj, ganje 93anbe fütten mürbe, müßte jebenfattö roenigfteuä einem Xtyeil meiner eigenen ftnfictyten jur Söeftätigung bienen. 3$ mürbe babei t)infid)tiid} allgemeine? rer unb aügemeinfter Staaten uub vieler einzelnen fünfte aud>

7) ©Pettings ^bilofopbie ber üflvlbolegie ift mir erf* jugefemmen alä 22 Sogen meine« 93ua>ä abgebrueft waren unb id> ba* TO f. bis $u Gube ber <96tter au* ben §5nben gegeben hatte (im Anfang 2lpril8). $cr Serfafjer verft$ert gegen @nbe ben £auptgBttern ber ®rie$if<$eii Xfyeogonie U>re ©teile unb bamit tyre ©ebeutung beftunmt ju fjaben; bie ©ruublage fe$ begriffen, was fia) nun weiter in allen Stiftungen auä ityr ^erverbrange, erfobre feine kx»iffeufd>aftlic^e ©nttvieflung, unb inbem bie ^rineipten, tveld)e nad) ihm eigentlich ben <S*»lüffcI ber ganjen ÜJivtbolo= gie enthalten, am 9e{timmteflen im ©rieebifeben angetroffen würben, ent= $alte fte von allen tbatffiaMifcn Sßetvetfen feiner Xf>ecric bic entfcf»eibcnbftc löeftfitigung. &c rüfimt feinen 3«^rem ®elcgenl>ett gegeben ju Baten, an einem großen 93cifpiel bie Äraft ber nriffenfd>afttid»en 3J?etbobc Fennen ju lernen unb welker Untertrieb ifl stvifdjeii einer bloßen Otettje von (Hn~ fallen unb einer ftotge gefe$m&f?ig Don einem erften Äetm auB organifa) fia) cntwicfelnbcr (Sebalden" u. f. tv. $ie m Einfälle " barf man 3un&$fi auf Greifer begeben, ba biefer faft allein uub bäuftg (obgleich er allein in ber Einleitung jur $hilof. b. 2Kt>tbel. aitfncfamenb gerühmt ift), über bie nricbtigften fünfte jurecfyt getviefen wirb. Taf? au$ ich auf einen ab; folut pbilofopbifäcn ©tanbpunft tu SBefyanblung ber 9Jtytf)clcgie mid> m'cfyt ju ergeben vermag, fonbern einen pfulofoptufd) ^iftoriffen ju behaupten ftrebe, brause ia) faum au*brücflicf> $u bemerfen. Offenbar fyat ©Del- ling, naa)bem in ben neueren 3<iteii viele ©cletyrte bie ©riecbifa)e 9)tv= t^ologic naa? ben vcrfajiebeniten, meift p^|'ifalifd>en £typotlicfcu uutnbcrbar einfeittg ju erftSrcu verfugt hatten, von neuem ben 2Scg vieler alten ^tytlofopfyen eingefcf>lagcn, ihre eignen ptyilcfovln'fcbeu 3becn ifyr unteren: legen, unb e3 ift fcfywcr ^u fagen, ob babei jene mef>r in ber (Srofee unb ßunftlicbfeit ber Xbeoreme ober au 3uverft(^t, an ^o^eit ber £tctate ober an üefe ber ^Uuflon überboten fe^n mcdjten.

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XI

Scanner beffreiten müffen, mit bcncn t$ fonft in ber SBeife bcr Auffaffung unb in tyunbert anbcvn fünften überetn jiunme , nrie k. @d>n?en<f, beffen grojje Begabung unb (5tnftd)t nia)t immer, unb biefj nic^t immer gan& ofyne (eine @ä)ulb, gehörig anerfannt fcerben, £. O. SRüUer, 2. greller, bei benen au$ pcrfönlic^c . $er$dltniffe, eben fo teie biefe aud> ju (Sreujer, ©erljarb, beren groge 33erbienfte im Allgemeinen unb in betriebener Diiajtung idj fo gern anerfenne, mir 2öiberfpruä) unb £abel fdmjer madjen toürben. 2Randje (SrftlingSoerfuaje »on Jüngeren oerratyen, je fteitcr fie t>om 3^ abfliegen, um fo meljr Äraft unb ©etoanbts fyeit bei fortgefefcter Uebung unb (Erfahrung in ba3 ©ajtoarje $u treffen eine (grjdjeinung bie ft$ mcUcidjt in feinen anbern Uns terfuetyungen fo auffadenb barbietet als in ben mtytyologifdjen. Wut ein ^artnädigea , f elbftgefälligeä , prüfungSfcfyeueä nnb furjfidjtigeä ©efte^eu auf fallen @5^en unb SSorauäfefcungen unb ein ©e« fallen mit ben mtytyologifcfyen Stoffen auf feine eigne Art erftns berif$, geifrreid) ober toifeig, nrie man benft, ju tanbeln, führen ju böfen fingen. 3$ fdmteidjle mir meljr greunbe unb SBoljk metnenbe in bem 35olf ber ÜJtytyologen ju tyaben unb ju finben aU Gegner unb Abgünftige. 2öie ti aud> fety, fo nrirb jeber Unbefangene fiä) n)enigftenä batoon überzeugen müffen ba§ mir md)t barum ju tlmn ift meine Meinungen geltcnb ju madjen, fenbem mit iljncn auf ben ®runb beä toirflidjen 3"fammc,,^anö3 ber Dinge einzubringen, auf n?el<fyem bo(fy almälig fo 33ielc£ fid) anber* fyerauäftellcn nrirb alä id) faty.

$onn 7. Auguft 1857.

%. ®. SBeüfer.

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3 n 0 ö f t

©rftet Seittaum.

@inlettuttö.

®e[i$ic&tlt($.

1. $omer ©.5

2. ©te Slriföe ob« 3nboeuro= fcSiföe €>pTa$enfamifte . . 8

3. $5ie (Sintoanbcrung, ... 10

4. Urbeöjo^net ®rte<§enlanb8. 13

5. Bielftammigfeit .... 15

6. $elaiger unb $effeneti . 18

7. (giltst bc* >£elaägtf($s$el5 lenifäen 26

8. Da3 fianb ber ©rieben . 34

3»eite? fO»f<*nitf tobtucf 3; arten ober Urformen ber SRatur; Tcligion.

9. Kamen 46

10. B>aty<n 51

11. 93Ub, ©rnnbolunbSRm^u*. 56

13. Smnboliföe liiere ber ©rie: cf>en 61

14. ©ijmboltfäe* in ber 9Ren= föenfltftolt 67

15. gautfornboltt .... 68

16. mtw 69

17. ©mnbilbfld&e 3rit$en . . 70

18. $erfomfkatten .... 72

19. 2tyt$o* 75

20. $er ©laube .... 79

21. Mcgorie 84

22. Sie tferatrföe Sage, Idypc

23. fitgenbc

24. Wirken 107

ftritttf ta>f<t*itt* 3Ret$obif ber m^t^ologif^en fcorföung,. 114

12.

. 59

@ptt und »fr (Sötte*.

1. Da* Urwefen, ©ott im Gimmel, 3«u«.

25. £ad ©ort *#©funbztff. 129

26. $a« ©ort <f«»/iaiK . . 138

27. 3cuä ffronion, Ärombe* . 140

28. 3<u£ Äronion in ntyt$if<$er

(Sntnudluna.. flronoS unb fötyea, UranoS unb ©5a . 148

29. Ärono* al8 ©clttyerrfäertm «olbnen ©eltalter , bie Äronta 155

30. 3eu* mit $»ci ©rfibern. 160

31. 3<u* tai ©e»Hter unb in

XIV

anbern £immeI8erf$cmun: 55. SBergleitymg mit bemerk

8«n ®. 165 jicntyum 255

32. 3<u8aufben®ebirg*gtyfeln.l69

33. SDcr Ofymp 172 IV. £errf <$aft8n>ed)f el.

34. ©igenfäaften beseiten. 175 Xitancn.

35. 3cuS bcr SRenfäcn fotoo^I 56. Set 2>ty$u8 ijl üo^ome^

alä ber ©Bttcr öater . . 179 rif$ 261

36. 3cu8 im S3er^ltnife jur 57. 2rtc©ebeutungbea3Jtytlfua. 265 Hefa, 5Röra .... 183 58. SDcrXitanenramtf na$$e=

37. 3cu8 fäaffenb .... 193 fabu« 272

59. aßa^H&n^c bc$ Xitancn*

Einige £auptcultc be3 3cuä. ntytyuS 287

38. $er$obon5if$e<lMaggifdbc _ ru

3eud 199 y. *nf5"8« b«t 9laturp$i:

39. 5)« ^cncnif^ 3cu8 ! 203 Iofop^ie. X^cogonte.

40. 3eug 2Kt5oS .... 204 60. £ ic ©otter auS bcm SSaffcr. 291

41. 3eu* fia^fHo* ... 205 61. GljaoÄ bcr Anfang ber

42. 3euä in Sitten ... 206 Singe 293

43. 3«iä OtympioS unb 9te 62. Vermittlung be3 alten ©lau= meSoÄ 209 ben« imb bc3 t^eogoniföcn

44. $cr Htfabiföe 3eu* . . 210 2Rt>t$u3 295

45. 3eu8 bei ben Sorem . . 213 VI ffN. Äi

VI. £ie (SMter.

n. WaturgStter. 63. «%ne 298

46. ©Btter bcr Orteten glei<$

©otter . 2lft v

49.©i.S!«b« .... '.226 ™f „*,

l0» 328

ia DÜWefctm. ^•itmrt 333

67. <3hro8 34$

5°* £UÄflml!* oon 68' 2)i0nei» **b0™ . ! 352

fc$e ©efhltung bcr ©ottcr. 229 69. ^Sa 358

51. Urfacr,en bcr entftanbenen 70..^r(t unb ^/«Wtwi, ©ct^bc^egung ... 232 ^ . . . 362

52. SBorl&nfigc Ucberftyt bc* 71 ^tm{n ^

w ^ü!8 ; ' * ' 238 72' ^erfc^one nnb Ubcl ! 392

53. föattonaitfhfäe Sluffaffung

bcr ineufc§cnartigeu ©btter. 244

54. ©utc unb na<f>tt>ciligc %oU 73. £clio3 400

gen beä X)ogma ber meiu 74. Slrc« 413

fd>enartigen ©ötter . . 248 75. Siomtfo* 424

1

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76. $ioiti)fet be* tyui unb

ber ©ftncle ©o^n ®. 434

77. ^an 451

78. £crurfprunglic$e9tyonon, $cfio3 s Styeuon . . .457

©erfAiebene 9po(Ione.

79. Äarneio«, ber @<$aafapol:

Ion 469

80. £er «mt>n5iföe «pollon. 472

81. fctT Ityfiföe Styouon, (hu tbt\mio$ , (SmrntfieuS u.

f. » 476

82. Styoflcn al« £eerbengctt to\t btr äarneioä . . . 485

83. «rijiao* 487

84. rcr?Mifö3omfc$e9tyoI=

Ion ^atrooS .... 491

85. StyoUon «gtfeuä ... 495

86. Rotten Delmuno* . . 499

87. «poüon unb «rtemiS als 3wtümg«f3§ne ber 2eto;

bie $ibt>maif<$cn . . 511

88. StyeHon bct ßetoibe, bct

89. Selene. SWcne. ®nb^= tnion 550

90. Artemis einjeln in Dielen Oeftalten 560

91. $efate 562

92. $efate ©rime .... 568

93. «rtemiä 3Runi><$ta . . 570

94. «rtemiS ©rauronta . . 571

95. £ie®6ttin&on9tyamnu«. 576

96. Brtemte ÄaOiflc ... 580

97. Brtcmiä fiimnaa, 2imna; tii, Orttjia, Suaobcäma, ^afeliti«, ^^mnia; au$ bie Xauriföe unb ^ut^= nome 581

98. Srtemi* att Obttin bet Spiere 590

99. Sie Brtcmia oerfäiebner

Orte. Wette , £efri«, Äfarnanien, 9ctolien (Ca: pfyria), ©ifyen, fcreta (©ritemarti*, H^Sa) . 594

100. «rtemi* bie getoibe . . 598

101. <Tio3ruren 606

102. $er $unb&|Urn, Siriu*. 615

©affer unb $eucr.

103. fteteu« unb Stytä . . 616

104. ^ofelbon 622

105. 3no 2eufotf>ea .... 643

106. <pi?otfy«. ©laufo* $on= tioS. ^roteud. Xriton. 5tmp^itrite 645

107. ftlüffe 652

108. 9tym»$en 656

109. £epWo« 659

110. 9ty§rebite 666

VII. fiebere ober Gebern gbttcr.

111. BÜgemetne ©emerfungen. 676

(Söttet ber ttatur.

112. <5o* 681

113. 3riÄ 690

114. £ebe 692

115. Saften 693

116. £oren 693

(Sottet ber 3Renf $ennatur, fBrpctlic^ unb geijUg.

117. $aeen 695

118. G^atU, ganten ... 696

119. Güeittoia, Gileitfaien . 697

120. SDWra, TOren ... 698

121. <£riratt)3, Grinden . . 698

122. £$cmiS. Mc ... 700

123. ÜRufa, TOufen ... 700

124. %nt)o 706

XVI

Slofe J>oetif$e, fcorüberfle; ^enbe $erf onificaticnen. 125. ©tabe,Äeren, Hteunbgiten, (Sri*, gtyobo* unb $etmoS,

Jhjbom©*, $W>noÄ unb Xlnv natoS, Xraum, Offa unb Rheine 707

©er OTenf*.

126. $>ie ©eltalter . . 6. 721

127. rSmonen, erfte unb jttttitc, ober s unb unterirbifdje 2BS($ter 731

128. tnt »ter 3at>etiben . . 743

129. $rometfKu8unb$aiibora 756

130. S5ie ©influt .... 770

131. £e* 2Renf$en $erfunft, Monome .... 777

132. ©taanten XtypbecuS . . 787

133. Xobtenbienfi ober <8r&ber= tfligion 794

134. $a* 9ceu$ be* «übe« . 798

135. Die ©eele, ber SBtrflanb ober ®eift 805

136. ©trafen na<f> bemlobe . 816

137. (Soften 820

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©tiedMfdje ©öttcrleftrc.

StfUr Stittaum.

In religinnibus Tcterum, imprimis Graecorum, pervcstigandis sludia doctorum fervent qnum maxime, ncqoc ca res Ks solig, qui antiquis Iitteris operam danl, videtur gravis esse, sed quisquis rarium et mulliplicem generis humani cultum, pietatis ac sapieotiae incrementa el decremenla per aetatum virissitudine» saepe alter- nantia, cognoscere cupit, philosophus, historicus, theologus, denique omnes qui a liberali erudilione non alieni sunt, his quaestionibus advertunt animos.

A. Boickh 1830.

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@ i n l t % t tt n g.

1*

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Einleitung.

© e f cf> i * t I i

i. Horner.

£>omer retc^t glei<$ einer ©ebirgdfpifce bur$ einen allcd 2anb überbeefenben ffiolfenfummel allein und herüber unb ftebt au$ abwärt in ber 3«* unmittelbare^ Denfmal no<$ lange fctn allein. <£r tft in ber ©eföitye bed ©eifted auc$ baburety eine unvergleichbare ßrfctyeinung bafc er bie »irf* Ud)t ©dtterwelt feiner 3n* »fc Wit anbred frityjted National* gebiet fo treu unb »iclumfaffenb überliefert. SBir lernen aud biefem, bad jwar mit großer bic$teriföer gretyeit be&anbelt tjt, einen in fld> »ofcl jufammen&ängcnben ©fltterglauben fennen, fo gefcfyilbcrt bajj aud beffen gegenwärtiger ©eftaltung auf frühere (Snmucflung vielfach gcfdjlojfen »erben fann. Die 3«t ijt vorüber »o bie £omerif$en ©öfter ald ©efööpfe ber freien 9>tyantajte ober ald allegorifcfye ^erfonen naefy abßracten 53c* griffen galten unb »o bie £omerifc$e SPtytyologie felbft aud) bie Ältere &u fepn föten »eil bie Urfonbe »elc^e |te entölt, bie ältefte ijt 2ä£t ftety aber aud anbern ©agen unb ©^ brausen unb aud Denfmälern bie aud 3wfen bor Horner Ijer* rühren, »tri entnehmen, fo mufj bo$ er bie ganje tlntcrfu^ung aucf> über bie ältejten SKeligiondDer&ältniffe leiten unb jur 93e*

6

fKmmung be$ eigentümlich £etlenifchen in ben ©runbjügen ber ^Religion al$ ba$ wichtigfte £ülf$mittcl gelten.

Die £omerifchr SWpt^oIogtc al$ bie ältere ju nehmen wäre bajfelbe als wenn man behauptete, bafc t>er gefammte Sagen* jtoff fein almäligeä 2Bach$thum erfahren $abt, baf? bem 3ug eines verbünbeten £eerä gegen bte faft unbe^wingliche 33urg be* retten Strotfc^en £anbe$ nicht 3afy$m&ertf fol4>cr gelben jwifchen ©ef^Ie^tern unb ©täbten wie wir au$ Horner felbft jte fennen unb anbre ganj unbefannte 3uftänbe vorhergegangen fe$en, wie wieber 3ahrhunberte »ergangen ftnb bi$ bie ©agen »cm Eroiken, vom SJeWfchcn tfrieg burch &ofce $oefie un* vergängliche ©ejtolt erhielten. Horner ijl baher, wie bie ältefte, fo in SBejug auf bie ©riednfehe Religion eine (ehr junge Duette unb feine Sprache giebt un$ einen ungefähren ÜJlafjftob ab ber ©eijleSarbeit unb ber gormenwanblungen, bie, wie fte in ihr ft<h funb geben, fo auch in ber ÜRpthologie einer folgen nationalen SluSbtlbung vorauägehn mujjten, bevor Horner fte von bem ©tanbpunft feiner 3eit unb feiner epifchen (Entwürfe barfteflte. Die ©riecfyifche Religion ^at hinter ber 3*it «ßomerä nicht bloß ben langen 3«trautn gehabt ber jur (Entfaltung unb Vereinbarung fo manigfaltiger unb fmnretdher ©Übungen bie gu biefem alle anbem SWpthologieen weit übtrragenben ©rabe ber Sollenbung unb beS getftretch freien Spiels ber $oefte vorauägefefct »erben mufj, fonbern noch tbm anbem, in welchem ein von bem ju läge liegenben 3uftonbe ber SMlbung ganj verriebener, eine anbere 9lrt ber Sluffaffung ber Sßelt unb ber ©otthett, anbre Stiftungen unb ©ebürfnijfe be$ ©eifte* m Sorflcttung unb (SultuS h*n:fchenb waren.

%{& vor mehr ald fünfzig 3ahren ein fytUtx $opf au$ ©rünben ber ©riechifchen Sprachbtlbung ba$ SBorurtheil ber $ela$gifchen SRohheit betritt1), fonntc er nicht ahnen, wie

1) 3. 8ujac in btt Epistola tot 9tal(fcnacr0 Callim. Elcgiar. fragm. pag. 19.

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7

fcicl auch btc Ethologie sermittelft ber Slnafofe unb ber Wer? gletchung innerhalb i|>rrö weiten ßteifeS auf ©riechifchem Kobern unb »ieler anbern Religionen baju beitragen fönnte, um ben urfprüngua)en 3uftonb beä d5rtcd>en^olfd , fem (Srbeigenthum, wonach baä SScrbtenjt fetner bura) ftd> fclbf* erlangten (Srjichung gu beuteffen tft, in ein anbre* Sicht ju fefcen als ba$ in welched jic »erfefct werben war burch ben son fielen ber Gilten übertriebenen ©egenfafc ber entwickelten Silbung. $11^ wir bic alten ©tetbtemauern unb ber Sltriben, be$ 2ftim>aä ftounen* erregenbe d5rab* unb Schafcgewölbe fennen (ernten, ba befmte fta) ber SMicf in ba$ Slltertbum plitylich au$ unb au$ einer Slrt be3 £anbwerf$ fennte viel über ben 3ufanb »on Sblfcrn 9cf(r>loffcn werben, ben ade 2öelt fleh weniger »orgefdjritten gebaut r)atte. 3Benn e$ möglich wäre einen $rei$ »on rctu= giöfen ©orftellungcn au$ bemfelben Bfit^um, bie nur burch frittfdie gorfdjung nach unb nach erfannt werben fönnen, in ihrer Äernbaftigfeit unb grudjtbarfeit, mit gleicher Slugenfchein* lichfeit unb Söirfung auf ben ©eifl f>in$uftel(en al$ worin btefe ltberrefte un$ »or unfern ftaunenben 93licfen ftefm, fo würbe tie au$ Unfenntnifc geringe 93orfkllung t>on ben Anfängen ber (9riediifa)en ©efdnchte ftch noch ungleich mebr erweitern unb gldnjenb erhellen.' 3m ferner fct?n wir bie Ethologie ber ©Ötter, bie früher war als bie tfunftform be$ (Spoä, wie einen prangenben 53lütl)enbaum sor unö. 8ie tft erwad;fcn aue bem ©eifk ber Nation: ber einfachere alte ©laubc, auö bem fic if>re SBurjctn getrieben unb fta? ftufenweife erhoben bat, liegt »erborgen. 5lber auch ba$ Wenige wa$ wir bason mit 33cflimmtbeit nachweifen fönnen, retebt tun um ber $or$ett woson feine aueforücflichc Shmbe gegeben tft, einen bebetttenben 3nbalt ju serfchaffen unb fo auch btefer <5eite bie kriechen in ein Befrtmmtereä SSerhaltnif &u anbern berühmten SBdlfern $u fefcen. 2Btr t)aben in ben ber SDfptfjologic ju ©runbc Iie= genten Slnfchauungen unb 3lf>nungen ba$ ßrseugnifj cinc$ früheren 3eitaltere, wie bie ^aturforfa)er eine untergegangene

8

Xfjier* unb ^flanjetimelt an ba$ Sictyt fyen>or$ujietyen, in bunfeln ©<$a#ten ju erfpä&en unb roenigftenS im Allgemeinen nad^u* »etfen, unb au$ Konter felbfl ijt ber befte SCuff^Iug ju ge* mimten au$ über bie 9lnfc$auung$roetfe welcher fein 3cüftfttf entwarfen »ar. 3" feinen Ursprüngen begriffen ragt ba$ fteligiöfe au$ ber ©eföifye ber SBölfer fcemr »te ein $of?cr £&urm über ba$ getoö&nlidje Xretben ber ÜRenföen &in»cg in »eiter gerne no$ ftd^tbar bleibt.

2. Die Arif$e ober 3nboeuropäifd>e ©prägen*

familie.

<Bon ber neuen t>ergleidjenben ©pradjtmffenfdjaft. au$ ijt ein grofjeS £i$t auf ade ©efd>i<$te unb 2Rptfcologic gefallen, befonberS auefc auf bie ©rietyföe. 3m Allgemeinen f^einen bie n>efHi$eren SBälfer früher »on bem 3ranif$en £o$lanb ausgegangen unb immer »eiter »orgefefcoben worben ju fepn. 3m Söer&ältnifc ber 3cit unb ber Entfernung mujj bie ©praefc* »eroanbtföaft locferer unb unfenntlicfcer geworben fepn. Unter ben einanber nä&er gebliebenen SBölfern, als 3wniern unb 3n* bern, ®rie$en unb 3talifern, Deutzen, Letten unb ©lamen ift auc^ eine größere gegenfeitige 33eaie$ung $u einanber natür* licfc. 3<tylt man aty grojje ©practyenfamilten, bie obigen fteben nebft ben Helten, fölrtberiern, bie auä bem Urftomm entfprof* fen, na$ i^ren befonbern ©tammeäarten , 2öo&norten, ©#irf* falen in immer größeren (£igentfyümli$feüen unb SBcrföieben* Reiten auftreten, fo i|t bie 3urütffüf>rung einiger ©prägen, wie ber Armeniföen, ber Albaneftföen unb ber fyfiföen, auf ben Urftomm no# ganj neu

1) Um bie festere |>at ft$ gaffen ein großes SBerbienft erworben in ber Hbdanblung über bie SpftfcJ^rn 3nföriften unb bie ©proben Äletn? aften« in ber 3eitf$rift für bie Äunbe be6 SWorgenlanbe« 10, 329—388. Die ßpfifdje ©praifce hatte nach it)m bie nachflen Berührungen mit ber ©rie^ifc^en, wich «b*t in mehreren fünften ju fetjr r>on ihr ab um at6 eine Oriechifctje SWunbart gelten ju tflnnen. (Sben fe bie ytaftifty*

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9

Die Sfleliötcnen tiefer SSölferfamtlte baben eine allgemeine Übereinfrimmuna, in tyrem ©e^ua, $ur 9iatur unb jum foty tbeiämud, »obura) jie ft$ flarf t>on ben <5emiten unterfc&eiben, aue benen Sttofeä unb bie ^ropfyeten imb ein SWatyomeb tyer* »orgeln tonnten. Die befonbre 9Jatur beiber ©tämme, au$ ber SBoben, bann bie ©rufen ber (Snttmcfluna, ber ©cbanfen waren &erf$ieben.

3n £injtcbt be$ urfprüngli^en Gulfurftanbe* ber Slriföen Sfölfer ijt befonberS bemerfenäroertb bie ©emeinfamfeit ber SBörter für gelbfrüa^tc, ©erfte ober ©pelt ober ©etraibe, C&x2), für bie ja^men Xbiere5), für bie gamilienglieber 4), bie für ba$ £au$ , ba$ pflügen , ba$ ©eben , auc$ ba$ SWafclen. %. #ufm böt in einem Programm bie fibereinftimmung im ©anffrit, in ber ©riecfyiföen, Sateinifcben unb Deutzen <5prad>e nac^genriefen in Söflrtern ber gamilie unb Senoanbtföaft, in folgen für Solf unb £errföer, bie £au$tyiere, ben Sief erbau, ä»ri ©etraibearten 6). 3m 9tig$eba fommen <2>täbte unb DÖr* fer t>or. 9lua) in ber Sttptbologie wirb ba$ ©emeinfame in £auptfaa)en unb befonberä au$ in <fyarafterijtifd>en Webenjügen immer reiner unb bebeutenber hervortreten, je mebr man ftd> auf ba$ (£inleuc$tenbe unb Crrttei$lfa)c befebränft; unb eben fo »erben »ermutblidj fünftigbin Untcrfu^ungen, bie &u ben fc^mte* rtgflen gehören unb btefjer oft aU bie leia)te(ten obenbin be*

2) ßaffen 3nbiföe Hltert&umefunbe 1, 247. 531. 3) ®. 551.

4) ©. 813. 5) <3. 814. 6) dur älteften <&t\ä)\4)U ber

3nbogerm. Sölfer JBrrlin t845. Sgl. 9>ott in btr $aü. (Sncorl. 18. 3nbogeun. Soltdftamm. 9icu(t$ft flcttt eint „©eföidjte ber tfrtföcn (Siüi= Ufation" Don 9Har SRUUer ba6 ®emeinfame in ben ©prägen bie eine Urfpradje gleich bem ßotein für bie SRoinaniföen erfennen laffen, fr^r an* fdjauli^ bar in feiner Vty. über oerglei^enbe ORpt^ologit in ben Oxford Essajs 1, 11—32, wo nomentli^ audj bie 3a{)len oon eine bi« Rimbert, in mehreren biefer ©prägen au$ taufenb, üon wilben Spieren SBar, SBolf unb (Solange, bann von 9?a$en, SRubcr (ni^tSOTeer), SDletaUarbeit ju bemerfen ftnb. SDie rriegeriföen Äuebrutfe follen in aUcn biefen ©prägen ganj oerf Rieben fepn.

10

fmnbelt würben, aud bem £elbenlieb ^Irifc^er 5351fcr einfache ©runbjüge mptbiföer 9totur, auf bic e$ wie geimpft ift, (Srin* nerungen au$ ber gemeinfamen £eimat in beftimmtem 3ufam* menflang erfennen laffen. 5luf eine wunberbare (Sinftimmung ber SRedjtäformcn unb <säfce in »erfefoiebnen Sänbern biefcä #olf$jtomm$ mochte 3- ©rimm aufmerffam 7). 93efannter finb bie ©otteSurt&cile im ©rietyföen , in 3nbien unb in Dcutfölanb. 2öic bie $inberfptele in »ielen ©egenben, wobin ber 2lriföe ©tamm gelangt if* , biefelben fe^en, ift »erfd>iebent* lid> naefcgewiefen worben.

Durcfy ben gortfebritt ber <Sprad>wiffenf(fyaft ifl ber 3rr* t^um ber Verleitung ber ©riec&ifäen ©ötter au$ $g9pten wie mit einemmal au$ benen, wenn fie anberä ba»on tfenntnif? nehmen mögen ober nic^t alfyu befangen in fpifcfmbtger ©e* lebrfamfeit finb, einleudjtenb geworben bie nicfyt ofcnebaS ft$ über ben ©tanbpunft £erobot$ unb über bie wirfli^e Söefcbaf* fen&eit ber ©riectyiföen ©eföictyte unb Religion flar geworben waren. Senn biejj feit einem SWenfdfoenalter eigentlich feine grojjen ©ctywierigfeiten ^atte, fo blieb bo$ $u SBiberlegungen unb Debuctionen ein groger ©toff, wäbrenb e$ jefct, wo man mit gleichem gug »on <S(nna al$ »on Slg^pten ober aud> »om 21. Z. auSgefm würbe, »ergönnt if* bie ©rie^iföe 97tytbologie in ibrem unbejtreitbar im Slllgemeinen nötigen, wenn aueb erft febr almä'lig no$ wUftänbtger auftuflärenben 3ufammen* bang unb SluägangSpunft ungejlört $u erforföen.

3. Die (Sinwanberung.

Die ©ricdjifdjen ©tämmc trafen bei tyrer ßinwanberung au« Slften frühere 93ewobner , wie alle ibre 3ranif$en ©tamm* serwanbten, in 3nbien j. 53. bic Slrpa, wie fte in ben ©eba ftc^ nennen, am 3nbu$ unb ©angeä auf fd;wä'r&lidjc Urbe* wiener (ließen, bie näheren SBerwanbten ber ©rieben in 3ta*

7) SD. Kt$t*aUtrty. @. XIII f.

11

lien auf bic fogenannten Slborigtner. ^rietyarb unterfdjeitet in feiner 9toturgcfcbicbte beS OTcnfc^engefdjlec^tö bie 3rantfd>en Helfer unb bie atto^pltfdben als frühere unb rohere. 2)en tarn Girier führten bic 2fleber ebmalS bei Sitten, fagt£ero* bot (2, 62) unb Griene be^ntc fiö) nad> ©trabon aus bis &u einem £&etl ber Werfer unb ÜReber unb auety ju ben norb* liefen 33aftrern unb ©ogbianern, weil fte beinahe biefelbe £pracbc Ratten Ct 5 p. 724. tt p. 510). 9lcf(b9luS nennt &rifö für $erftfc$ ')> £*UanifoS ^erftfcbeS ganb Slria. 3m 3enba»ejto aber wirb baS erjterföaffne, baS fettige Sanb bie Duelle ber Girier genannt, Airyanem vaego. Unter ben ©rie* d?cn unb ben tynen junä^fl ftebenben 2lb&weigen beS gemein* famen £aufo(tföen ober 3nbogermanifc$en StolfSftommS ftnben »ir ben tarnen Girier niefct »or. gür baS Xbntfiföe ganb warb neben 5>erfe ber 9tome 2lria angefügt2)» 3n ber ©er* manta beS XocituS finb Girier einer ber mäc^tigflen Stämme ber Sigper C*3). Die (Sinwanberung nadb 3nbien, roeU&e fpä* tcr erfolgt ifl als bie tt>efUi(bc, wirb um ober »or baS 3«br 2000 gefegt, bie (Sntfte&ung ber$ebif$en ^prnnen, /,nacb bem bocken 2lnfafc ben man bis jejjt, übrigens au$ nur aufs ®eratbe»obl gemalt f)at, um 1400, als biefe 9lr$a noeb wc* fentlicb auf baS $enbfcf>ab beföränft waren"5). Sllfe Unter* fuetyungen über bie Trennung ber ©lawen »om grofjen 3*ani* feben (stamm unb ibrer gefifefcung liegen aufferbalb ber ®ren* jen ber wabren ©efcbi(bte, wie ber grünblicbe <5cbaffarif ft# überzeugt bat 4). 2lu<b tt>ie b<><b btoauf bie Golfer ©riec^ifd)er 3ungc in ibrem Sanbe ju fefcen feigen, if* *öllig bunfel. 3b« (Einwanberung , bie wabrfäeinlicb niebt auf einmal erfolgt iß, fonnte weit dlter gewefen fe$n als ibre Genealogen abnten, »iewobl befHmmte ©rünbe bieg anjunebmen bis jefct m<bt naefc

1) Chocph. 418. Hesjch. Ugtiag. 3n btn Äftlinförifttn nennt Xtariu* f?$ „einrn Werfet, btn ©ofcn einte Werfer«, «frier unb eon «rfe Wer flbfunft". 2) Steph. B. G<mx*. 3) «f. SBcber in

ber tnigem. «Hcnatefor. 1853 <S. 668. 4) ®t. «Iterty. i, 531.

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gewiefen $u fc$n freuten. <£$ ift feine Spur wie etwa bte »on ben Slfen in Sfanbinaöien ober bte auch nach Deutfchlanb gebrungne Sage »on DbinS £erfunft au$ bem Dften 5), ober bie »on ben Untren , welche jwar son ber 9lrt ber auäfchliefc lieh gemalten Sagen ift, fo wie bte in ben $ur&na$ »on ber £erfunft au$ Horben, währenb bte Seba feine Erinnerung »er* ratzen. Die ©rieben Ratten früh unb fpät feine Sl^nung etne$ urfprünglichen 3ufamment)ang$ mit ber Slftatifchen 2öelt, wenn auch wohl einige Tanten, wie 3apeto$, 2)itno$ CSnbtfch 2fla* nu$, Deutfch SWannuä, 2flani$, wie Saften jufatnmenjleHO mit? gebraut waren. 3nfofern Ijatte ber tgpptifche $riejter Stecht, ber nach $laton$ XimäoS mit 93e$ug auf Woxmu* unb 9tiobe unb bie Slbförnmlinge be$ Deufalion fagte: Solon, Solon ihr Hellenen fepb boch immer 5ünber unb einen £ellemfchen ©reiä giebt e$ nicht. 9lu$ biefem Langel an Xrabitton fann Weber auf bie ©röfje »on Söechfeln unb Verwirrungen, noch auf eine barauä etwa tyeroorgegangne Verwilberung gefchloffen werben. Die 2lrt unb ber ©etft ber SBölferfdjaften , auch bie ftatur ihres SanbeS brauten cd mit ftd> baß biefe noch mehr als anbre anberwärtS, bei behaglicher 93efchrctnfthett unb gcfchloffenfkr 93olf$thümlichfett, in it)rem 53obcn bie Söelt fahen, ohne »iel barüber hwau$ ober in bie 3«* rücfwctrtS &u flauen. Der ©laube an 9lutorf)tt)onie, ben auch anbre Wülfer Regten, fonntc bei ihnen tiefe ©urjeln fchlagen, ber baß bie ©ötter ihrcä £anbe$ juerp aOed &um Sehen Sftothwenbigc unb (£rfprief)ltche bargeboten unb gelehrt hätten , ftch weit »erbreiten. Dag Stten* fehen in Slrfabien fchon »or bem ÜDionb an ihrer Stelle gewe* fen fepen, fonnte gebacht, bie au$ ber Urheimat mitgebrachten »erbunfelten Sagen unb SBorjMungen *on einer allgemeinen giut, »on einem (Kötterberg, von Söeltaltern u. f. w., manche gemeinfame Xfnerfpmbole, Sternbilber, aud; 3*iteintheilungen fonnten auf ben ©riechifchen 53oben übergetragen worben fepn

5) 3. CUrimm ©efc^tc^te ber SD. <&pxaty 2, 770.

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ofae baf? man fyäterbtn bana$ fragte wofcer fte gefommen fepen. Den p^ilofop^Wcn X&eorieen fpätcrer 3eiten über ben Urfpning ber Gultur au$ bem Styeriföen, bie oft unb lang al$ ^tjtortf^e^ SWatertal um bte ßulturfhtfen beä älteften ©rte<$enlanb$ ju beurteilen mijjbrauty »orben fmb, »aren Wfytben vorausgegangen »on einbeimiföen 53rtngern be$ geuerä »ic $romet&ett$, $&oroneu$, bon bem Urmenföen $ela$goei bem Cntttoilberer ber Slrfaber, bon Kentauren als halbtoteren 6). Die ©ötter »aren geboren auf ®rie$tföem 53oben aller Drten.

4. Urben>of>ner ©riedjenlanbg. £efatäo$ ber SWtlefter fagt bafj bor ben Hellenen ben $e* loponneS Barbaren betonten, tnbem er $u Drpopern, tfau* fönen, $ela$gern bte Sorte „anbre (solche" ^injufeft, unb bem fügt ©trabon bei baj? faß gan$ Zettas vor 9llter$ bon Barbaren bewohnt gcwefen gu fepn föetne C7 p-321), n>a$ audj $aufania$ annimmt (I, 41, 8). Barbaren bewohnten juerft 93öotien, 2loner, Xemmifer, Seleger unb Spanten, fagt ©trabon (9 p. 401), ganj tfreta, £erobot (1, 173). Sin folgen Angaben baben nur feinen halt, ba ber unbejtimmte 9hme ber Barbaren, ßagßaQÖtfwvot in ber 3ttaö (2, 867), ungefähr »ie »elfcb, frü^eitig, im ©egenfafce ber £eHentfd)en Spraye unb 33ilbung, nt^t blof ben ganj verriebenen fBSU fern »ie 5lcgppter unb ^b^niiter, unb ben ben ©rieben senoanbten Xfcrafern, ^rpgern, £elegern, roeldjje D. SWüUer balbgrietyföe Stamme nennt CDor. 1, 202), fonbern aueb

6) <t*jQt{ hqtcxyoi, XaxrqtrtH H. 1, 268. 2, 743, ben SRenföen entgegengeht Od. 21, 303. ©af bie äfeff au$ ber 3Uo« ntajt anber« \u »erfle&en fr^en, $abe i$, eine frühere SCb^anblung beric&tigenb , unter Änftyrung üon Tacitu» Germ. exlr. Hellutioa et Oxionas ora homi- nom mltutque, corpora atque artus ferarum gerere, föon wr (£t; Meinung oon «Riebu&r« ßänbers unb SBölferfunbe <S. 160, angebeutet in einem 3ufafc Äl. ©<$r. 3, 550. Urief, f^otb ©oef, $atb SDlenfö giebt einet £?$le bei ßodb, Äatrine in ben @$otttf$en $o$lanben ben Kamen, ©alter Scott ju Lady of the lake.

Di

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ben Meften, fn anbre früher ober fpäter »erwähnen ®ried*n* flammen, tote j. 53. »on ©traben in ber <3<$lufcfolgerung ba£ fajt ganj £eßa$ efymate son ^Barbaren bewohnt gewefen fep, ben $ela$gern, Drpopern, ^aufonen, Äonen, Xemmifern, Spanten gegeben wirb. <§ef)r annehmbar tft bie 9lnft$t £ero* bot* (1, 58) baf? ba$ £eUentföe $olf, ba$ feit feiner dnU fte&ung offenbar biefelbe ©praetye gebrannte, al$ e$ ft$ son bem $ela$gtf$en trennte (als befonbrer ©tamm (eroortrao, f<$wacfe, &on einem fletnen Anfang auägetyenb $u einer SWenge ber 93ölfer C»on fetten ftammenb 8, 44) wu$$, inbem bie $ela$ger »orjüglit^ unb fttynity anbre barbariföe SSölfer ju i^m Cunb feiner (Sprache) tyinjutraten; »orfycr nemlicfy fcfyeine auefc ba$ ftlatyityt SBolf nod) barbarifety, fcmeäwcgS grofl, gewa^fen fepn. SBenn Xfjrafer ju einer gewiffen 3eit in 9>f)ofi$, 33öotien unb weiterhin unter bie ©rieben eingebrungen ftnb, fo Iäjjt jt$ aufferbem mit Söefttmmtbeit nur ba$ grofjc Solf ber Seleger, beffen «Ber^dltntg $u ben tfarern bte jefct nod> ein Staffel ift, als 93orbewof>ner unb bt$ jur nad> unb naefy erfolgten Austreibung ober Unterbrucfung, Sftitbewofyncr i(>re$ 93oben$ erFennen. 9lu$ fommt wenig ober nichts barauf an ob man$e ber ©tämmc bte fyier unb bort, aber nur auf ©rie(fyifcfyem 33oben, genannt werben unb in ben ft$ bilbenben ®rie$tfcfyen ©taaten untergegangen ftnb, ben $elaägern ober einem //&albgrted>if$en" 3»cig angebört (jaben. Denn wenn e$ fcfyon feine <5>#wierigfeiten l>at ba$ $eltifcfye unb ba$ (Slawifttye in fielen nacfymalä Deutfcty geworbenen (Uegenben Deutfölanb* &en>or&ujie&n, fo feblt e$ un$ im &%roi ®rie* d>tf4>en Slltertyum alfyufefcr an Mitteln um mit einigem Erfolg unb Üftufcen in ctynli<$c työ^ft fpecielle unb bebingte Unter* fu^ungen ein&uge&n. Die Verbreitung ber geleger aber über einen grofjen £&etl ©rte$enlanb$, ber Snfeln unb ber Bftati* fdjen $üfte aufmerffam ju oerfolgen tft unerla^li^ *). Von

1) SB. ©. Selbem fifrrr b.Äötrru. 8flfger im ^etn.STOuf. 1835,3,89— 128.

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tynen fmb aud) im <£ult auf mannen fünften ftberbleibfel »abzunehmen unb wenn in £afonten ber Slmpflätfche ©ott nach feiner älteften bualifttfchcn gorm unb btc DioSfuren »on ü)nen beibehalten fepn foüten, fo jetgt biefj toie |torf bie £eleger bort einfl gewefen ftnb. £)b manche ber unberübmteren «Stamme ©riechifcb ober Selegifch ober fonft barbanfe^ geroefen fc?cn, fann aud> bie Etymologie nicht entfeheiben, ba »ir nicht ba$ SSerhälntij? ber ©riechtfehen SWunbarten ju ben „halbgrie* chtfehm" fennen, bte unftreitig fehr »tel ©emeinfame« Ratten.

5. SBieljUmmigfeit.

2öie tymexfetyrto immerbin ber Stamm ber ^elaägcr erfcheinen mag, fo jtnb bie anbern, btc an SUter im Sanbe ihnen &um Xtyil geuufj nicht naebftonben, nicht ju fiberfebn, bte Wnytx, Sltbamanen, £almonen, Sapttben, WU^tt, SPfagneter, £eüoper, 2)oloper, Slentanen, SMojfer, ©räfen, ^errbäber, Softer, Softer, bte $cfteuen, Slonen, £emmtfcr, Spanten, #abmeer, $3öoter, Slbanten, ©ephpräer, Xfyfyxottv, Slethtfer, Büreten, Sletoler, tfephallenen, fcaphier, Xelebocr, (Spbprer, 9lfarnanen, bie #ranaer, bte Speier, $plter, Äpnurier, Slrfaber, Ureter u. a. 3n unbeftimmbar »tele ^ gum großen Xbeil ben Ort oft wecbfelnbe S3ölferfc^aften toar »on Anfang an bte Nation gefpalten unb auch »or ben Seiegern unb ben 9>ela«gern bürfen nur un« anbre burebeinanber getrieben ben* fen, fo baß ba« ©enrimmel ber erhaltnen Namen unb (Sagen nur al« ein Überrefl »on »ielen »erfchoflnen erfchtene. ®äb* renb unerläßlich ijt, mit »orftchtiger Unterfchctbung ber b$# ungleichen unb »ielfach einanber nnberfprechenben Nachrichten, auf bie Hltertbümer ber ©fllferfchaften ein^ugebn, bie für nicht« ergiebiger ftnb atö für bie Religionen, uurb boch leicht eben fo nufcloä ober täufchenb al« müb»oU ift, biefe Sufammcn* hänge, biefe« 3neinanberjKefjen ber einanber »eichenben 33e* »Ölfentngen mit aöju eifrigem ©lauben ober fpi&jmbiger ßom* tination $u »erfolgen.

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Die öielen f Innen (Stämme erhielten fleh neben einander raofmenb unb auch bei »eränbertem Söohnftfc in 2lbfonberung, tatd (ttpckg »ie ©trabon fagt (7 p. 321), fo baf? $. 33. bie SReffenier nach 300 3ahren CEpaminonbaä in ihre £et* matt) utrücfführte unb alle auch einverleibt in mächtigere tt)re ©öfter unb ©ebräuche beibehielten, fo »ie e$ bie flolonfeen auf